Logo circa 2008

Image via Wikipedia

Früher sagte man im anglo-amerikanischen Raum: (Sega) Genesis does, what Nintendon´t. Heute hat sich zweierlei geändert: Sega macht keine Konsolen mehr, und Nintendo ist der Vorreiter. Wie alle erstmal gegen Nintendo wetterten, und dann schließlich doch nachzogen. Ein Artikel von VGStudies.

Ninten-does it; Nintendo macht´s. Sie machen es vor, und andere kopieren. So war es bei dem Analog-Stick, zwar nicht wirklich eine Erfindung von Nintendo, aber zum ersten Mal bei einer großen Konsole. Nostalgiker werden sagen, das gab´s schon in der zweiten Konsolen- Generation (ATARI 5200), aber so richtig was genutzt hat´s erst im 3D-Zeitalter. Plötzlich konnte man Mario schleichen lassen und beim Kart-Rennen genauer um die Kurven fahren.

Kurz danach zog Sony nach und servierte gleich 2 Analog-Sticks auf seinem Gamepad nach. Nintendo hatte einen Standart mit dem Nintendo 64-Controller geschaffen, der heute nicht mehr wegzudenken ist. Wii, Xbox 360 und PS3 haben alle Analog-Sticks, die weiter entwickelt wurden.

Ein anderes gutes Beispiel ist das Rumble-Pack. Heute festintegrierter Bestandteil der 3 großen Konsolen-Joypads. Damals noch etwas, was man zusätzlich anschließen konnte. Und haben wollte, weil es einen ins Spielgeschehen hineinversetzte. Man spürte plötzlich, wenn man getroffen wurde.

Die größte Erneuerung von Nintendo war jedoch nicht der Analog-Stick oder das Rumble-Pack. Es ist für mich eine kleine Batterie, die sich im Spiel The Legend Of Zelda verbarg. Hört sich erstmal nicht sehr innovativ oder außergewöhnlich an, aber es war die Geburt einer legendären Spiele-Reihe und die Geburt vom „Abspeichern„. Heute gar nicht mehr wegzudenken, damals etwas völlig Neues. Was wären Spiele ohne Speicher-Punkte, wenn wir immer wieder von vorne anfangen müssten? Bei den Konsolen war es etwas neues und zog damit geschichtlich gesehen eine klare Linie zwischen den Arcades (Spielhallen-Spielen, die in Amerika sehr beliebt waren) und den „home consoles“ oder Heimcomputern bzw. Spielekonsolen.

Zelda, dieser legendäre Name, war ein ziemlich langes Spiel. Man hatte verschiedene Burgen (Dungeons), Gegenstände, ja, sogar eine Währung mit der man sich Sachen kaufte. Und weil man die nicht verlieren will, wenn man die Konsole ausschaltet, wird halt abgespeichert. Dank dieser Batterie.

Batterien waren auch in einer anderen Konsole ausschlaggebend: Dem Gameboy. Jeder weiß, man kann mit einer Ladung mehrere Stunden, ja sogar den ganzen Abend, spielen. Bei Sega GameGear war oft viel früher schon Schluss. Und wie wir alle wissen, wurde der Gameboy über 100 Millionen Mal verkauft und damit um längen erfolgreicher als Sega´s Konsole.

Wo ich gerade von 100 Millionen reden: der Nintendo DS hat diese Marke schon längst genommen. Wie hat Nintendo es wieder geschafft, so viele Konsolen an den Mann zu bringen? Und vor allem auch an die Frau? Es war wieder eine gute Idee, die dieses ermöglichte: Ein zweiter Bildschirm und dazu ist dieser noch ein Touch-Screen. Ein Touch-Screen ist viel einfacher zu bedienen, als ein Joypad, wo man etwas Übung braucht. Außerdem boten diese Bildschirme unzählige Möglichkeiten für Spielinhalte, die für jeden zugänglich sind. So kann man mit Hunden schmusen (Nintendogs) oder interaktive Kochbücher durchblättern. Selbst Goethe hat seinen Weg auf den DS gefunden (100 klassische Bücher).

Doch erstmal zurück in der Geschichte: Nintendo versuchte schon damals Spiele mit einer intuitiven Steuerung rauszubringen. So gibt es die Pistole genannt Light-Gun, die wohl jeder kennt, der schon mal Duck Hunt gespielt hat. Es gab außerdem noch eine Matte, die man auf den Boden legte und quasi das Gamepad damit steuerte. Nintendo versuchte schon damals mit solchen intuitiven Steuerungen zu punkten, aber die Zeit war noch nicht bereit und die Entwicklungen noch nicht ganz ausgereift.

Nicht jeder ist familiär mit einem Joypad, das hatte Nintendo erkannt. Der Wii-Controller namens Wii-Mote ist geformt wie eine Fernbedienung eines Fernsehers oder DVD-Players. Sogar der Name ist demnach gewählt (engl. Remote für Fernbedienung). Damit hatte Nintendo die Hemmschwelle gemindert, einen Controller mal in die Hand zu nehmen. Und wie man sieht mit großem Erfolg: In Altersheimen spielen Rentner Bowling oder Vater und Sohn spielen zu Hause Golf .

Der Clou ist aber nicht die Form des Controllers sondern die Form der Steuerung. Jeder weiß wie man einen Golfschläger schwingt, oder wie man eine Bowling-Kugel wohl wirft. Diese Bewegungen in ein Spiel zu bringen, war Nintendo´s Pioniergeist zu verdanken.

Sony und Microsoft sagten selbstsicher, so etwas ließe sich nicht verkaufen, und außerdem bräuchte man am Alten nicht zu rütteln. Und was ist mit Heute? Sony versucht sein Move zu vermarkten, als wäre es etwas Neues. Und Microsoft stellt uns eine 3D-Kamera in den Raum, die den ganzen Körper zum Controller macht.

Nintendoes. The others copy. Again.