Dies soll ein Loblieb auf eines meiner Lieblingsspiele sein, das nach Tausend Stunden nicht langweilig wird. Und so was im Single-Player. Wie hat es der Erfinder Sid Meier geschafft, uns so viel Zeit mit seinem Spiel verbringen zu lassen?

Wenn manche Leute auf Civ treffen, denken sie schon bei dem Stadt-Bildschirm, das Spiel sei zu komplex und sie würden es sowieso nicht verstehen. Ich sage ihnen dann, es ist eigentlich nicht so schwierig und man müsse nur mal anfangen zu spielen, und während des Spielens wird einiges klar werden.
Es ist schon ein komplexes Spiel. Aber wenn man die Hürde genommen hat, und seine Angst überwunden hat, man würde damit überfordert werden, wird einem eine Welt offen, in der man selbst das Schicksal einer Nation, eines Landes, ja, einer Zivilisation in der Hand hat.
Ich bestimme, ob ich friedlich sein will, oder ein großer Krieger sein will; ich bestimme, ob ich dazu neue Waffen erforsche, oder Bündnisse schmiede. Baue ich Straßen und Bewässerungsanlagen für die Städte oder lieber Kriegsmaschinerie? Oder will ich mit Kultur auftrumpfen, in dem ich Weltwunder baue? Kapitalismus oder Kommunismus? Alles nur ein paar Klicks entfernt!
Ich erinnere mich an ein Spiel, in dem ich so im Mittelfeld lag. Es gab einen, der durch seine Größe protzte, aber nur deswegen Erster war. So stellte ich mein Land auf Forschung ein, um da wenigstens vorne zu sein. Ich baute neue Einheiten, von die er nur träumen konnte, und machte mich auf den großen Angriff bereit. Ich brauchte nur noch eins: die Atombombe. Als sie dann fertig war, waren seine Städte bald nur noch leere Gemäuer, und demnach leicht einzunehmen für mich. Ich hatte mich allein durch mein wissenschaftlichen Fortschritt an die Spitze gekämpft. Und natürlich durch paar atomare Sprengköpfe.

So wie diese Geschichte eines einzelnen Spiels, erzählt jedes Spielen von Civilization eine neue Story. Man macht sich Freunde oder Feinde. Handelt Waren und Wissen. Steigt auf oder ab. Aber eines wird wohl nie aufkommen: Langeweile.

Wie man gewinnt, bleibt einem offen. Man kann alle anderen ausradieren, oder kulturell auftrumpfen. Viele Wege führen nach Rom. Vor allem in Civilization.

Eigentlich sollte ich eine Warnung hinzufügen. Wenn man Civ erstmal versteht, lässt es einen nicht mehr los. Es ist eines der Spiele, das von seinem hohen Wiederspielwert lebt. Was mache ich das nächste Mal anders? Wie verhalte ich mich, wenn ich aus heiterem Himmel angegriffen werde ? Baue ich doch lieber dieses Weltwunder ? Fragen, die beantwortet werden wollen.

-VGStudies